Für wen eignet sich die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Jahr für Jahr werden zehntausende von Bundesbürgern durch Krankheit berufsunfähig. Dies ist für sehr viele Betroffene insbesondere auch eine finanzielle Katastrophe. Zum einen existiert nämlich für alle ab dem 3.Januar 1961 geborenen Einzahler in das staatliche Rentensystem keine staatliche Form der Berufsunfähigkeitsversicherung mehr, sondern nur noch eine finanziell arg eingeschränkte Erwerbsminderungsrente. Zum anderen haben es sehr viele Menschen versäumt, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Man war sich einfach zu sicher, nie Opfer eines existenzbedrohenden schweren Unfalls oder einer existenzbedrohenden psychischen Erkrankung zu werden.

Vor dem Hintergrund der oben erläuterten Sachverhalte, stellt sich die Frage, für wen der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist. Die Antwort darauf lautet: für fast alle. Im Falle einer Berufsunfähigkeit verursachenden Erkrankung, droht nämlich ohne hinreichend dimensionierte private Berufsunfähigkeitsversicherung der finanzielle Kollaps. Der Staat gewährt -allerhöchstens- eine Erwerbsminderungsrente, die -statistisch gesehen- , je nach Grad der Berufsunfähigkeit, zwischen 17-35 Prozent des letzten Bruttoeinkommens liegt. Von derartig niedrigen Beträgen kann niemand leben. In den Genuss dieser Leistungen kommen zudem nur diejenigen, die vorher auch in das staatliche Rentenversicherungssystem eingezahlt haben.

Deshalb muss vollkommen klar sein, dass es in der Gesellschaft nur vier Kategorien von Menschen gibt, für die sich eine private Berufsunfähigkeitsversicherung erübrigt. Zum einen sind da Beamte, Richter und Militärangehörige. Die Fürsorgepflicht des Staates stellt sicher, dass berufsunfähig gewordene Mitglieder dieser Berufsgruppen nach wie vor ein auskömmliches Einkommen beziehen. Desweiteren mag der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auch noch für jene Einzahler in das staatliche Rentenversicherungssystem entbehrlich sein, die vor dem 3.Januar 1961 geboren wurden. Für diese Gruppe von Personen existiert nämlich ein vielfach -gerade noch- hinreichender gesetzlicher Berufsunfähigkeitsschutz. Ferner dürften auch bereits gut etablierte Selbständige mit etlichen Millionen von Euro an Ersparnissen -angesichts dieses bereits bestehenden Reichtums- eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung als überflüssig betrachten. Zu guter Letzt, können Personen ohne jegliche zukünftige Erwerbsabsicht – etwa Hausfrauen- auf eine private Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten. Alle andern aber handeln fahrlässig.