Experten warnen vor Ratenzahlung beim Verkauf von Lebensversicherungen

Manchmal ist es erforderlich, um beispielsweise einen Liquiditätsengpass zu beseitigen oder eine größere Anschaffung zu tätigen, die eigene Lebensversicherung vorzeitig zu veräußern. Man spricht hier auch vom „Rückkauf der Lebensversicherung“. In Deutschland ist diese Vorgehensweise im Versicherungsvertragsgesetz geregelt.

Rückkauf durch das Versicherungsunternehmen

Die Lebensversicherung verkaufen bedeutet im Normalfall, dass der Versicherungsnehmer seine Lebensversicherung kündigt und der Versicherer diese zurückkauft. Bereits hier ist darauf zu achten, dass der Rückkaufswert durch vertraglich geregelte Abschläge geringer ausfällt als die bisher hochgerechnete Leistung. Ebenfalls ist es möglich, dass Überschussbeteiligungen nicht Bestandteil des Rückkaufs sind. Daher sollte man sich immer im Vorfeld darüber informieren, ob die Kündigung der Lebensversicherung sinnvoll ist und sich lohnt. Manchmal kann ein kurzfristiges Bankdarlehen auf langer Sicht sinnvoller sein als die Veräußerung der Lebensversicherung.

Zweitmarkt für Lebensversicherungen

Mittlerweile gibt es aber auch spezialisierte Anbieter, die zu veräußernde Lebensversicherungen anstelle der Versicherer aufkaufen. Die Police muss in diesem Fall nicht gekündigt werden. Man spricht hier auch vom sogenannten „Zweitmarkt für Lebensversicherungen“, der ebenfalls im Versicherungsvertragsgesetz geregelt ist.

Die Abwicklung kann für den Verkäufer einer Police günstiger als der Rückkauf durch den Versicherer sein, weil die verkaufte Police als sogenannte „Second-Hand-Police“ weiterexistiert und von einem anderen Versicherungsnehmer übernommen wird.

Beim „Zweitmarkt für Lebensversicherungen“ fallen in aller Regel Vermittlungsgebühren an, die je nach vertraglicher Gestaltung vom Verkäufer, aber auch vom Käufer einer solchen Police zu tragen sind. Je nach Höhe der Gebühren kann der Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt unrentabel werden.

Weitere Kosten entstehen zudem durch die in Deutschland geltende Abgeltungssteuer. Die am 1. Januar 2009 eingeführte Abgeltungssteuer gilt jedoch nur für den erreichten Wertzuwachs zum Verkaufstag. Weitere Steuern sind nicht fällig. Dennoch muss bei einer vorzeitigen Veräußerung einer Lebensversicherung mit diesen zusätzlichen Kosten kalkuliert werden, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Vorsicht bei Ratenabwicklung

Einige der Anbieter, die Lebensversicherungen aufkaufen, bieten als Zahlungsmodalität an, die Zahlung nicht als Einmalzahlung, sondern in Raten zu leisten. Dies geschieht oft in Verbindung mit einer höheren Gesamtleistung im Vergleich zu einer Einmalzahlung, um den Anreiz hierfür zu erhöhen.

Experten warnen jedoch vor Ratenzahlungen beim Verkauf von Lebensversicherungen, da es hier keine Gewährleistung dafür gibt, dass man den Gesamtbetrag je erhalten wird. Sollte der Anbieter der Ratenzahlung insolvent werden, hat man weder Geld noch Versicherungsschutz. Abgesehen davon ist die Ratenzahlung für eine größere Anschaffung uninteressant.

Es empfiehlt sich daher immer, unabhängig davon, ob die Lebensversicherung gekündigt oder auf dem Zweitmarkt verkauft wird, den Rückkaufswert der Police in einer Summe zu verlangen.