Anlage: Auf „neue Schwellenländer“ setzen

Die afrikanischen Märkte gehören zur neuen Generation von Schwellenländern und bieten interessante Anlagechancen.

Während etablierte Märkte langfristig an Schwung verlieren und die bekannten Schwellenländer trotz guter Perspektiven schon längst nicht mehr so preiswert sind und ihre Depots als gesetzt gelten, bietet eine Reihe von „New-Frontier-Staaten“, die Emerging Markets von morgen, interessante Anlagemöglichkeiten. Zu diesen überwiegend unverbrauchten Märkten gehören in erster Linie Länder des Nahen Ostens sowie einige afrikanische und zentralasiatische Staaten. Bezogen auf die Rahmenbedingungen und Wirtschaftsstärke sind diese Länder mit dem China von vor 15 Jahren vergleichbar.

Günstige Bewertungsrelationen

Darunter bieten die afrikanischen Märkte wie Nigeria, Ägypten, Simbabwe und Kenia zweifelsfrei die größten Möglichkeiten. Die instabile Situation in Nordafrika induziert kurzfristig zwar starke Schwankungen und Verunsicherungen, mittelfristig ist aber mit einer Liberalisierung der Märkte zu rechnen. Langfristig werde die Wirtschaft laut Hartmut Sieper, Fondsberater bei Nestor, wachsen, so dass auf diesen Märkten Geld zu verdienen sei.
Gegenüber den etablierten Schwellenländern, den sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China), punkten die New Frontier Markets durch bessere Bewertungsrelationen. Während man beispielsweise für Assets nigerianischer Banken gemessen am KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) lediglich das 1,1-fache zahlt, wird in den BRIC-Staaten das Zweifache berechnet. Sieper rechnet mit einem Anstieg der KBVs auf 1,3 bis 1,5, so dass die Kurse um etwa 30 Prozent zulegen würden.

Der Primus Nigeria

Nigeria gilt als Primus unter den Schwellenländern von morgen und weist seit 2006 ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent auf. Dagegen haben sich die Aktien gemessen am MSCI Nigeria im Jahr nach der Finanzkrise nur gering erholt, wodurch sich attraktive Bewertungen ergeben.

Nichtsdestotrotz müssen Privatanleger vorsichtig agieren und unter Umständen auf Investmentfonds mit guter Diversifikation setzen, da durch wirtschaftliches Wachstum allein keine Aktienrenditen generiert werden. Fondsvermittler wie www.fonds.net bieten Investmentfonds zu günstigen Konditionen an, die Anlagen in afrikanische Schwellenländer beinhalten.

Barrieren für ausländische Investoren

Ausländische Investoren sollten berücksichtigen, dass die Menge der handelbaren Aktien restringiert ist und ausländische Investoren speziellen Regelungen unterworfen sind. Als nachteilig sind auch die hohen Transaktionskosten im Vergleich zu den Industriestaaten zu bewerten (1,5 Prozent im Vergleich zu 0,1 Prozent). Darüber hinaus zeichnen sich die Märkte aufgrund ihres Entwicklungsstands durch eine restringierte Liquidität aus, so dass Anleger mit hohen Abschlägen rechnen müssen, wenn große Aktienmengen verkauft werden sollen. Entsprechend hält Jens Schleuniger von der Altira Group lediglich langfristige Investitionen in Afrika für sinnvoll.

Dennoch bieten die afrikanischen Staaten attraktive Einstiegsmöglichkeiten für Anleger. Gemäß einer Studie der Credit Suisse und der London Business School von 2010 sind die Renditemöglichkeiten in denjenigen Ländern besonders gut, die im Vorfeld Phasen wirtschaftlicher Schwäche bewältigt haben. Diesbezüglich rücken vor allem die Staaten Afrikas in den Vordergrund, deren wirtschaftliche Entwicklung infolge der politischen Unruhen gebremst wurde.