Gold kaufen

Die Unsicherheit auf den Märkten treibt einmal mehr den Goldpreis in die Höhe. Einerseits befeuern Inflationsängste in Verbindung mit der internationalen Staatsschuldenkrise die Preise, andererseits lassen einige Indikatoren ein baldiges Abflauen der Weltkonjunktur befürchten. Unsichere Zeiten liessen Anleger schon immer in den „sicheren Hafen“ Gold flüchten, doch noch nie war eine Feinunze so teuer wie heute:

das erste Mal in der Geschichte stieg der Preis kurzfristig über 1900 Dollar.

Analysten uneinig

Dabei lassen sich bei einigen Analysten bereits seit einiger Zeit Warnungen vernehmen, die Goldpreise seien auf einem Niveau, dass Renditen bei Neukäufen mittelfristig ausschließt. Schon zum Jahreswechsel sah so mancher ein Ende des Höhenfluges, Gold kaufen war seinerzeit fast schon als etwas unprofessionell verpönt.

Doch den Auguren zum Trotz stiegen die Kurse pro Feinunze (31 Gramm Gold) seitdem weiter um etwa 50 %. Von solchen Renditen konnte man im Aktienmarkt nur träumen. Und nach den Erfahrungen der letzten Wochen steht fest, dass die ehemals angepeilten Kursziele bis zu 8000 Punkten auf die fernere Zukunft verschoben werden müssen. Die Aktienmärkte werden weiterhin von Verkaufsorders überflutet, das Gold bleibt knapp. Auf der ganzen Welt gibt es gerade mal so viel davon, dass man damit nur einen Würfel von 20 Metern Kantenlänge füllen könnte.

Und die Reichweite der bekannten Lagerstätten ist geringer als z.B. beim Erdöl.
So wurde leicht enttäuscht, wer aufgrund der Experten-Warnungen sein Edelmetall veräußerte und stattdessen sein Aktienportfolio ausbaute.
Ganz im Gegenteil: Die letzten Kursstürze an den Aktienmärkten und der Höhenflug des Goldes sind diesmal zwei Seiten einer Medaille. Da es in den Wirtschaftsnachrichten derzeit kaum mal eine Nachricht gibt, die den Investoren Hoffnungen auf ein nachhaltiges Wachstum der Weltwirtschaft macht, bleibt dem Anleger oftmals nur der Weg in sichere Werte.

Spekulation und Sicherheit derzeit kein Widerspruch

Und wenn der Goldpreis derzeit auch spekulativ begründet sein mag:
Wenn es stimmt, dass der Wert des Edelmetalls von den schlechten Nachrichten aus anderen Bereichen profitiert, dann spricht einiges dafür, dass die Investoren auch weiterhin auf Renditen hoffen dürfen.

Denn die Unsicherheit der Märkte wird uns noch eine ganze Weile verfolgen, dass dürfte inzwischen wohl unstrittig sein. Auch ohne neue Rezession gibt es wenig Hoffnung darauf, dass der Dax schnell und vor allem nachhaltig Flügel bekommt. Die Immobilie, sonst eine klassische Medizin bei Inflationssorgen, ist im Umfeld von Wachstumsstörungen auch nicht frei von Unsicherheiten, zumal interessante Objekte kaum noch zu passablen Konditionen zu bekommen sind. Die Anleihemärkte bleiben unüberschaubar.

Auch wenn sicher der Preis nicht, wie in der vergangenen Woche, nun weiterhin alle 8 Tage um 150 Dollar klettert: man kann weiterhin Gold kaufen und ist damit sicherlich risikoärmer unterwegs als mit manch anderer Anlage.